
In der Verhaltenstherapie gehen wir davon aus, dass jeder Schmerzpatient einen speziellen, persönlichen Umgang mit "seinem" Schmerz erlernt und mit der Zeit gefestigt hat. Die so entstandene Art der Schmerzbewältigung lässt sich in günstige/gesündere oder ungünstige/ schmerzverstärkende Umgangsweisen unterscheiden. Wir gehen davon aus, dass sich positive, kompetente Schmerzbewältigung erlernen und üben lässt. Wir setzen dabei an den gegenwärtigen Lebensumständen an und befassen uns mit dem schrittweisen Aufbau hilfreicher, im Alltag lebbarer Denk- und Verhaltensgewohnheiten.
Für viele Patienten ist es eine interessante Erfahrung, den Einfluss von (teils wenig bewussten!) Gedanken auf das Schmerzerleben genauer zu betrachten: Es macht einen großen Unterschied, ob das Schmerzerleben zu Selbstentwertung und Hilflosigkeit oder zu möglicher Selbsthilfe oder einfach zu tröstenden Gedanken führt.
Die im Laufe der Schmerzkrankheit entstandenen Einstellungen lassen meist erkennen, ob sich eine Tendenz zu Selbstüberforderung oder Unterforderung/Schonung "eingeschlichen" hat. Auch lässt sich erkennen, in wieweit der andauernde Schmerz zu resignativen, depressiven Bewertungen geführt hat.
Zur Förderung der Selbsthilfefähigkeiten kommen in der Verhaltenstherapie folgende "Bausteine" zum Einsatz:
Kurz: Wir arbeiten wir an einer aktiven, bewältigenden Einstellung dem Schmerz gegenüber.
Gegen Ende der Behandlung wird besprochen, wie die erzielten Fortschritte gepflegt und ausgeweitet werden können. Eventuelle spätere Probleme sind dann keine "Rückfälle". Probleme können als bewältigbare Herausforderungen angenommen werden.