Schmerztherapie in Hannover

Die schmerztherapeutische Praxis Bodestraße existiert seit 1993, damals zunächst am Postkamp 18 in 30159 Hannover. Seit dem 01.08.1999 befinden sich die Praxisräume am jetzigen Standpunkt. Somit besteht unser Schmerzzentrum nunmehr seit über 25 Jahren.

Unsere Praxis ist vollständig behindertengerecht erreichbar und eingerichtet. Sie können uns schwellenfrei über einen Fahrstuhl erreichen. Selbstverständlich verfügen wir auch über ein behindertengerechtes WC, das ebenso als Wickelraum mit einem entsprechenden Tisch genutzt werden kann.

Gegründet von Dr. Christian Albert und im Laufe der Zeit kontinuierlich gewachsen, ist das Zentrum eine der größten schmerztherapeutischen Einheiten in ganz Deutschland geworden.

Die Schmerztherapeuten Deutschlands und somit auch unser Zentrum unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle seitens der Kassenärztlichen Vereinigungen und seitens der Krankenkassen. Hierfür ist die standardisierte Anamneseführung und Dokumentation mittels Gesprächen, aber auch mittels Fragebögen und Kalendern eine unerlässliche Voraussetzung.

Zur besseren Erfassung der verschiedenen Aspekte des Schmerzes geben wir daher unseren Patienten am Anfang der Behandlung einen Schmerzfragebogen aus, der von diesen sorgfältig und vollständig ausgefüllt werden muss, damit die Therapie effektiv sein kann. Ein Nicht-Ausfüllen des Fragebogens oder Nicht-Führen bewirkt immer, dass eine Behandlung unmöglich wird und daher bei uns unter diesen Bedingungen nicht in Frage kommt.

Einmal pro Quartal erhalten die Patienten darüber hinaus auch noch einen Verlaufsbogen, der wichtige Aspekte des Schmerzfragebogens in Abständen wiederholt. Das Ausfüllen dieses Bogens ist daher für die Beurteilung des Therapieerfolges genauso wichtig und insofern eine Pflicht, an der wir nicht vorbei kommen.

Die tägliche Schmerzdokumentation erfolgt mit Hilfe von Schmerzkalendern, die Ihrem persönlichen Schmerz jeweils angepasst sind. Auch hierauf können wir nur in äußerst seltenen Fällen verzichten.

Liegen bei den oben erwähnten sinnvollen Qualitätskontrollen diese Instrumente nicht vor, erhalten wir keine Vergütung. Auch aus diesem Grunde stellen wir die Behandlung ein, wenn Kalender und Fragebögen nicht oder nur unzureichend geführt werden.

Unsere Patienten kennen praktisch keine Wartezeit – ein wahrscheinlich nicht allzu häufiges Phänomen in deutschen Wartezimmern. Um diesen seltenen Service einhalten zu können, sind wir allerdings auch auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Wir bitten Sie daher, unbedingt pünktlich zu erscheinen, da wir ansonsten keine Garantie dafür übernehmen können, dass Sie an diesem Tag noch behandelt werden können.

Aus demselben Grunde stellen wir unseren Patienten die Kosten für unentschuldigt nicht wahrgenommene Termine in Rechnung; ein entsprechender Hinweis findet sich auch auf unseren Terminbestätigungsschreiben, die vom Patienten vor Behandlungsantritt unterschrieben zurückgegeben werden müssen. Bitte bedenken Sie bei diesem zunächst ungewöhnlich erscheinenden Vorgehen, dass dies vor allem in Ihrem Interesse liegt; wir nehmen an, dass keiner unserer Patienten gerne 2 oder mehr Stunden im Wartezimmer verbringen möchte. Dieses Schreiben enthält auch die notwendige Einverständniserklärung nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ohne eine Unterschrift hierunter ist eine Therapie ebenfalls nicht möglich.

Die Behandlung in unserem schmerztherapeutischen Zentrum ist natürlich für alle Patienten, egal ob diese bei gesetzlichen oder privaten Krankenkassen, oder über Berufsgenossenschaften versichert sind, offen.

In der Gebührenordnung für Berufsgenossenschaften (BG-GOÄ) findet sich keinerlei schmerztherapeutische Leistungen. Daher haben wir mit diesen Berufsgenossenschaften eine Grundsatzvereinbarung zur Vergütung getroffen, die allerdings von Fall zu Fall neu genehmigt werden muss. Daher ist es wichtig, dass sie bereits bei der Anmeldung mitteilen, dass sie zu Lasten einer Berufsgenossenschaft bei uns behandelt werden wollen. Das entsprechende Antragsformular für die Berufsgenossenschaft senden wir Ihnen dann gern zu.

Auch in der Gebührenordnung für Privatpatienten (GOÄ), die letztmalig 1987 gründlich reformiert wurde, findet sich keinerlei auf schmerztherapeutische Leistungen, die der sog. Schmerztherapievereinbarung nahekommt. Da hier auch in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist, dass irgendeine grundsätzlich neue Reform zu erwarten sein wird, erlauben wir uns daher, für bestimmte Leistungen den 3,5fachen statt des üblichen 2,3fachen Satzes zu liquidieren. Ein entsprechendes umfassendes Schreiben erhalten privat versicherte Patienten von uns ebenfalls bereits mit der Anmeldung. Da die privat Versicherten selbst Ansprechpartner ihrer privaten Krankenversicherung oder der Beihilfestelle sind, müssen diese sich auch direkt mit den entsprechenden Kostenerstattern auseinandersetzen. Eine Hilfe dazu ist ebenfalls in unserem Schreiben enthalten. Da aufgrund des Fehlens schmerztherapeutischer Leistungen in der GOÄ der seltene Fall in der Medizin besteht, dass die Kostenerstattung für privat Versicherte bei dem üblichen 2,3fachen Satz niedriger ausfällt als die für gesetzlich Versicherte, müssen wir auf den erhöhten Sätzen für bestimmte Leistungen bestehen. Ausnahmen davon kommen nicht infrage. Wir raten daher dringend, diese Frage vor Aufnahme der Behandlung mithilfe unseres Kostenvoranschlages abzuklären, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die privat Versicherten sonst auf einem Teil der Kosten selbst hängen bleiben.

Wir freuen uns auf eine gedeihliche Zusammenarbeit!

Ihr Team der Schmerzpraxis

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Termine nach Vereinbarung

Dr. Christian Albert
Dr. med. Matthias Kujawa
Dr. med. Kathrin Roters

Telefonische Sprechstunde:
Montag – Donnerstag: 14:30 – 15:00 Uhr

Telefon: 05 11 / 12 613 – 0
E-Mail: info@schmerz-hannover.de

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Qualifikation

Das interdisziplinäre schmerztherapeutische Zentrum Hannover nimmt in Person seines Leiters Dr. med. Christian Albert sowie von Herrn Dr. med. Matthias Kujawa an der Qualitätssicherungsvereinbarung Schmerztherapie, kurz Schmerztherapievereinbarung genannt, teil.

Als Schmerztherapeuten, die nach dieser Vereinbarung qualifiziert sind, sind wir auch Mitglied im Berufsverband QuAN, zu dem ausschließlich diese besonders qualifizierten Schmerztherapeuten Zugang haben.

Besonderheiten für Privatpatienten und BG Patienten finden Sie an anderer Stelle auf dieser Website und auf der Website dieses Verbandes.
Bitte informieren Sie sich unter www.quan-bv.de

Anästhesiologen
in Hannover auf jameda

Innere- & Allgemeinmediziner
in Hannover auf jameda

Was ist Schmerztherapie?

Diese Frage stellen sich viele unserer Patienten, bevor sie erstmalig zu uns kommen.

Weitverbreitete Ansichten hierüber sind:

  • Krebsschmerzen
  • Morphine
  • Akupunktur
  • Spritzen

Um die Frage besser beantworten zu können, sollte man sich sinnvollerweise erst einmal folgende Frage stellen:

Was ist Schmerz überhaupt?

Die Internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes ( IASP, International Association for the study of pain ) beantwortet dies so:

“Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes– und  Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen beschrieben wird.”

Akuter Schmerz ist etwas sehr Sinnvolles.
Er …

  • ist ein Warnzeichen
  • löst eine Schutzreaktion aus
  • fördert die Wundheilung durch Ruhigstellung
  • hat große Akzeptanz durch Mitmenschen
  • und kann meist einfach psychisch verarbeitet werden

Chronischer Schmerz unterscheidet sich hiervon deutlich

  • Es handelt sich um Schmerz, der über die üblicherweise erwartete Heilungszeit anhält
  • Er hat keine Melde- oder Schutzfunktion
  • Er führt oft zu  physischer, psychischer und sozialer Zermürbung
  • Er hat oft geringe Akzeptanz durch Mitmenschen
  • Er wird oft zur eigenständigen Schmerzkrankheit

Präzisieren wir daher unsere ursprüngliche Frage „Was ist Schmerz“ auf die Frage „Was ist chronischer Schmerz?“, so finden wir folgende, weiterführende Definitionen:

Chronischer Schmerz ist ein Sammelbegriff für unlustbetonte körperliche und seelische Wahrnehmungen, die bevorzugt dem Körper zugeordnet werden.

Chronischer Schmerz ist vor allem durch eine Vielzahl emotionaler und sozialer Aspekte gekennzeichnet und ist mit einer Änderung im Gesamtverhalten einer Person und ihrer Lebensführung und –qualität sowie einer Veränderung des Weltbildes verbunden.

Daraus wiederum kann man folgern, dass es oft nicht der Schmerz ist, der das Leben unerträglich macht, sondern das Leben, das den Schmerz unerträglich macht!

Nicht zu vergessen ist auch, dass körperlicher Schmerz leichter erträglich erscheint als seelischer!

Zu den Risikofaktoren einer „Schmerzkarriere“, also eines chronischen Weiterbestehens der Schmerzen, gehört es unter anderem auch, wenn

  • die Arbeitsunfähigkeit länger als 4 Monate dauert
  • die Arbeitszufriedenheit nur gering ist
  • psychische und soziale Schwierigkeiten bestehen
  • depressive Störungen und/oder Angststörungen bestehen
  • Vermeidungs- aber auch übertriebene Durchhaltestrategien sowie
  • vorangegangene Bandscheibenoperationen vorliegen

Auch vorbestehende psychosoziale Faktoren wie

  • mangelnde emotionale Beziehung
  • geringe familiäre und soziale Geborgenheit
  • Misshandlungen
  • sexueller Missbrauch
  • häufiger Streit im Elternhaus und/oder Scheidung

können erheblichen Einfluss auf die Entwicklung und den Fortbestand von Schmerzen haben.

Aus dem Gesagten ergeben sich demnach wichtige Konsequenzen für die Schmerztherapie. Für eine erfolgreiche Therapie ist es demzufolge wichtig,

  • Schmerzen ernst zu nehmen
  • Schmerzstärke und –qualität zu dokumentieren
  • Psychische Einflüsse zu berücksichtigen
  • Schmerztagebuch oder –kalender führen zu lassen
  • Eine möglichst exakte Diagnose zu stellen
  • Therapieplan zusammen (!) mit dem Patienten aufzustellen

Demzufolge ist es eine Notwendigkeit, dass auch die psychischen und sozialen Begleitkomponenten des Schmerzes in Form eines Schmerzfragebogens erfasst werden und in Form eines vierteljährlichen Verlaufsbogens regelmäßig kontrolliert werden. Auch die Schmerzstärke und –häufigkeit erfordern eine sorgfältige Dokumentation in Form eines Schmerzkalenders. Auf die genannten Instrumente kann unser Schmerzzentrum nur in den allerseltensten Fällen verzichten; Wir bitten Sie daher, diese Instrumente sorgfältig und gewissenhaft zu nutzen, da ohne diese häufig eine sinnvolle Schmerztherapie völlig unmöglich werden kann und unter Umständen auch die Schmerztherapie von uns beendet werden muss!

Die Therapie chronischer Schmerzen erfordert seitens des Therapeuten:

  • Viel Zeit
  • Viel Geduld
  • Kontinuität
  • Konsequenz

Die Therapie chronischer Schmerzen erfordert seitens des Patienten:

  • Viel Geduld
  • Kontinuität
  • Konsequenz
  • Bereitschaft zur Mitarbeit
  • Viel Eigeninitiative und Bereitschaft zur Verhaltensänderung

Ein Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius beleuchtet diese Voraussetzungen recht gut:

„Wer sich erinnern kann, ist Herr der Vergangenheit. Aber nur wer sich ändern kann, ist Herr der Zukunft!“

Kontinuität und Konsequenz bedeutet vor allem, Behandlungsstrategien, die  gemeinschaftlich als sinnvoll erarbeitet wurden, zunächst einmal konsequent durchzuführen und diese nicht bei ersten Anzeichen von Nebenwirkungen oder nicht sofort erkennbarer Wirksamkeit sofort wieder über Bord zu werfen. Etwaig auftretende Nebenwirkungen sollten daher selbstverständlich dokumentiert und mit dem Arzt oder Therapeuten besprochen werden, aber nicht dazu führen, Medikamente ohne Rücksicht auf Verlust und ohne Rücksprache mit den Behandlern sofort wieder abzusetzen; auch andere Maßnahmen wie Veränderungen der Dosis oder ein anderer Einnahmezeitpunkt könnten beispielsweise zum Erfolg führen.

Eine seriöse Therapie chronischer Schmerzen, wie sie von uns praktiziert wird, ist daher:

  • die geordnete und koordinierte Anwendung gängiger medizinischer Verfahren
  • eine ganzheitliche Medizin durch Erfassung sozialer, psychischer, familiärer und finanzieller Aspekte (aber nicht ganzheitliche Medizin im Sinne „alternativer“ und paramedizinischer Verfahren).

Dazu müssen auch folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wo genau tut es weh?
  • Seit wann tritt der Schmerz auf? Was geschah zu diesem Zeitpunkt im Leben des Patienten?
  • Strahlt der Schmerz aus? Wann tritt er auf? Ändert er sich im Tagesablauf? Tritt er nur zu bestimmten Zeiten des Tages, Monats oder Jahres auf?
  • Wie ist der Schmerzcharakter?
  • Was löst den Schmerz aus oder verstärkt ihn?
  • Was lindert den Schmerz?

Schmerztherapie ist daher:

  • genaues Zuhören des Therapeuten bei Anamnese, bei der Beschwerdeschilderung, bei der kontinuierlichen Betreuung
  • aber auch seitens aller Beteiligten: (fast) immer eine kleine Psychotherapie keine Wunderheilung!

Leider gibt es auch sog. therapeutische Fallen:

  • Schmerz kann auch „Tarnung“ für Depressivität und negative Erlebnisse im Vorleben sein.
  • Drang zu ungesundem Aktionismus seitens Therapeut und Patient tut selten gut!
  • „Den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen“,kann ebenfalls mehr Verwirrung als Information bieten; daher ist häufig auch ein Übermaß an technischen Befunden eher hinderlich als förderlich!

Die „Säulen (Methoden) der Schmerztherapie“ sehen wir daher vor allem in:

  • Medikamentöser Therapie
  • Entspannungstraining
  • Schmerzbewältigungstraining/ Psychotherapie (Verhaltenstherapie/Autohypnose)
  • Physiotherapie (Krankengymnastik) / Chirotherapie
  • Regional anästhesiologischen Verfahren
  • Akupunktur / Neuraltherapie
  • Invasiven neurochirurgischen und radiologischen Verfahren

Nutzen Sie unser ausführliches Schmerzlexikon, um sich detailliert zu informieren.