Schmerzpraxis Hannover

Medikamentenkopfschmerz

Kopfschmerz

Medikamentenkopfschmerz

 

Bei insgesamt 1-2% der Allgemeinbevölkerung kann es durch regelmäßige Einnahme von Schmerz- und Migränemittel zu einem sog. Medikamenten-induzierten Kopfschmerz kommen.
Insbesondere die Bevölkerungsgruppe, die häufig an Spannungskopfschmerz  oder Migräne leiden, trägt ein deutlich höheres Risiko, einen solchen Kopfschmerz zu entwickeln, wenn die Schmerzmitteleinnahme  an mehr als 10 Tagen im Monat erfolgt.

Die Ursache eines Medikamentenübergebrauchs basiert auf mehreren Faktoren,  insbesondere Migränepatienten/innen mit Angst und Depression haben eine höhere Tendenz einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu entwickeln.
Therapeutisch muss eine Entzugsbehandlung durchgeführt werden. Hier sollte zunächst die Entscheidung getroffen werden, ob eine stationäre oder eine ambulante Behandlung durchgeführt werden soll.
Insbesondere in den ersten Tagen nach Absetzen der vom Patienten eingenommenen Schmerzmedikamente kann es zu einer u.U. deutlichen Intensitätszunahme der Kopfschmerzen i.S. eines „Entzugskopfschmerz“ kommen; hierdurch möchte der Körper sozusagen erreichen, dass er sein „geliebtes Medikament“ wieder erhält.

Vor Beginn der Medikamentenpause werden daher schmerzdistanzierende Medikamente (Antidepressiva) z.B. Doxepin oder Amitryptilin  aufdosiert und in den ersten Tagen nochmals zu Minderung des Entzugskopfschmerzes regelmäßig  Schmerzmittel z.B. Naproxen 3 x tgl. verabreicht. Dann erfolgt eine Medikamentenpause. Diese Phase sollte engmaschige vom Arzt begleitet werden (s.a. Entzugsbehandung)

Nach erfolgreichem Entzug wird die weitere Behandlung abhängig von der Grundkopfschmerzform (Migräne, Spannungskopfschmerz) weitergeführt.

Unter dem Aspekt der Gefahr eines Rückfalls (im ersten Jahr bei 40 %) sollte im ersten Jahr eine engmaschige ärztliche  Begleitung erfolgen. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Schmerzbewältigungs-Strategien sind hier ebenfalls unerlässliche Bausteine, um einen Rückfall in die Verhaltensmuster zu vermeiden, die zu dem Medikamentenkopfschmerz geführt haben.